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Wiedersehen in Amsterdam

Am nächsten Morgen waren wir ganz guter Laune, was nicht nur an dem guten Essen, sondern auch an der Tatsache lag, dass ich meine Schwester Svea wiedersehen würde. Ihre Reise ging schon Anfang Mai los, mit dem Plan nach Lissabon zu fahren und dabei Geld für „Ärzte ohne Grenzen“ zu sammeln, fuhr sie aber weiter über Casablanca bis nach Agadir in Marokko. Auf ihrem Rückweg über Marakech, Madrid, Lourdes und Paris hatte sie die Idee, uns in Amsterdam zu überraschen. Leider hat Papa diesen Plan erraten und sie konnte es nicht länger verheimlichen. So planten wir nun die letzten ca. 500 Kilometer von Amsterdam aus zusammen nach Hausen fahren. Mehr dazu ist auf ihrem Blog unter sveavenus.de zu lesen.

Jetzt werden wir uns jedenfalls zusammen auf den Rückweg machen, der nächste und letzte Bericht folgt dann aus Göttingen.

Anstrengendes Finale

Nachdem wir uns an der Fähre getroffen hatten wollte ich gerne noch etwas von Amsterdam sehen. Dazu buchten wir eine 2 stündige Fahrt mit einem kleinen Boot durch die Grachten (Kanäle) von Amsterdam. Diese Fahrt habe ich sehr genossen, sie war interessant und ich habe einen Eindruck von der Stadt bekommen. Am Nachmittag verließen wir die Stadt noch 100km in Richtung Osten und zelteten auf einer Wiese neben einem Haus, nachdem wir die Nachbarn gefragt hatten.

Am nächsten Tag fuhren wir fast 140 Kilometer ehe wir auf einer Wiese kurz vor Coesfeld unsere Zelte aufschlugen. Am nächsten Tag hatten wir geplant mindestens bis Paderborn zu fahren um am darauffolgendem Tag noch eine entspannte Etappe nach Hause zu haben. Als es langsam dunkel wurde erreichten wir bei Kilometer 150 Paderborn. Dann machte Papa den Vorschlag, die verbleibendes 120 Kilometer bis nach Hause aufzuteilen in 2x 60 Kilometeretappen. Die eine Hälfte wollten wir bis tief in die Nacht fahren, die andere, je nach Erschöpfungszustand, entweder am nächsten Morgen oder nach einem kurzen Schlaf noch in der Nacht. Ich fand die Herausforderung spannend wollten auch schnell nach Hause kommen. So deckten wir uns für die Nacht mit genug Kalorien ein und fuhren in die Nacht. Es war toll in der Nacht zu fahren, denn auf den kleinen Straßen war kaum Verkehr, wir konnten nebeneinander fahren und uns unterhalten. Um 2 Uhr hätte ich fast einen Waschbären überfahren, wir mussten richtig scharf bremsen. Die Stimmung nachts ist ganz anders als am Tag. Gegen vier Uhr legten wir eine Rast in Bad Karlshafen an der Weser ein. Kurz nachdem wir dort aufgebrochen waren überkam mich starke Müdigkeit, mit der wir schon viel früher gerechnet hatten. An einem Parkplatz fanden wir Tische und Bänke und beschlossen, begrenzt für eine Stunde zu schlafen. Gegen sechs Uhr machten wir uns dann wieder auf Richtung Benniehausen, das wir am Vormittag nach insgesamt 290 Kilometern vom letzten Zeltplatz aus erreichten. Nach fast sechs Wochen freute ich mich meine Mutter wiederzusehen, eine warme Dusche und leckeres Essen zu genießen. Danach wollte ich nur noch schlafen.

Insgesamt bin ich auf dieser Reise ca. 3160 Kilometer gefahren.

Hiermit endet nun dieser Reiseblog und ich bedanke mich für euer Interesse.